Ex-Kaufhof-Areal: Endgültige Entscheidung am Dienstag

Der Stadtrat tagt noch geheim, doch die endgültige Entscheidung dürfte schon am Dienstag fallen: Spitzenreiter im Rennen um eine Wiedernutzung des Völklinger Ex-Kaufhof-Areals ist seit gestern Abend eine bundesweit agierende Modekette.

Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Völklingen. Nach dem gescheiterten City-Center-Projekt sollen nun in der Innenstadt doch noch neue Geschäfte einziehen. Die Modepark Röther GmbH wird auf dem Areal des Ex-Kaufhofs in der Völklinger Innenstadt eine neue Filiale bauen, in der sie Kleidung für alle Altersstufen und quer durch alle Marken anbietet. Diese Tendenz zeichnet sich nach einer geheimen Sitzung des Völklinger Stadtrates am Donnerstagabend ab, bei der sich auch ein weiterer Bewerber vorstellte. Das Familienunternehmen Röther betreibt bereits 35 Niederlassungen in Deutschland. Der Stadtrat will am kommenden Dienstag, ebenfalls in geheimer Sitzung, endgültig entscheiden.

Gestern Abend ging es zunächst einmal darum, dass alle 45 Stadtratsmitglieder die Konzepte der beiden noch verbliebenen Bewerber kennen lernten. Doch dann gab’s eine Probeabstimmung, bei der sich eine ganz klare Mehrheit für die Firma Röther ergab, wie Oberbürgermeister Klaus Lorig im Anschluss an die Sitzung mitteilte. Den Ausschlag gab aus Sicht der Fraktionschef von SPD und CDU, Erik Kuhn und Stefan Rabel, dass Röther ein großes Bekleidungssortiment nach Völklingen bringe und auch selbst als Haupt-Nutzer ins Gebäude einziehe. Mitinhaber Michael Röther sagte der SZ, man werde rund 7000 Quadratmeter als eigene Verkaufsfläche einrichten und ansonsten nach geeigneten Partnern zur Ergänzung des Angebotes suchen.

Mitbewerber an dem Abend war die eigens für diesen Zweck gegründete „Stadtgalerie Völklingen am Alten Rathaus“-GmbH & Co. KG (siehe „Hintergrund“). „Bei beiden Bewerbern handelt es sich um ein vernünftiges, seriöses Angebot, und wir glauben auch, dass die das umsetzen können“, bekräftigte der Oberbürgermeister gestern noch vor der Sitzung.

Lorig erläuterte in Kürze die beiden vorgelegten Konzepte. Bei Nummer 1 entfalle die einst angedachte Mall, die Einkaufsstraße im Innern des Gebäudes. Ins Erdgeschoss sollten Geschäfte einziehen, die direkt von außen zugänglich seien. Das Obergeschoss sei auch für Nutzungen wie Wohnen, Versammlungen und Kino vorgesehen. Die Parkflächen sollten, wie bereits beim City-Center geplant, direkt von der Bundesstraße 51 aus angefahren werden.

Konzept Nr. 2 beinhalte im Kern das Gleiche, sehe aber Parkflächen in einem Parkhaus nebenan („nicht oben drauf“) vor. Der Investor habe rund 70 Prozent der Fläche auf zwei Etagen für sich selbst reserviert – für ein Kleidungsangebot vom Baby bis hin zu Senior quer durch alle Marken, wie es der Handschrift der Röther-Kette entspricht.

Bei beiden Entwürfen bleibt laut Lorig die beim City-Center angedachte Bauform („Verlauf mit Krümmung zwischen Rathausstraße und Karl-Janssen-Straße“) erhalten. Die Stadt werde auch auf dem Vorplatz von damals bestehen. Und auf einer Drogerie, weil dieses Angebot derzeit nicht mehr vorhanden sei.

Lorig strebt an, dass der Abriss von Kaufhof-Ruine samt Umfeld im kommenden Frühjahr beginnt. Der Abriss-Zeitraum solle genutzt werden, um mit dem Investor alle nötigen Dinge abzustimmen.

Hintergrund

Die Modepark Röther GmbH sucht laut ihrer Internetseite bundesweit neue Ladenflächen. Als Voraussetzung nennt sie mindestens 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche, zirka 100 000 Einwohner in einem Einzugsgebiet von zirka 30 Kilometern, mindestens 100 eigene Stellplätze, maximal zwei Geschosse und „eine vorliegende Baugenehmigung bzw. positive Aussage“.

Bei der „Stadtgalerie“-Gesellschaft ist laut Handelsregister die HDZ Seniorenprojektverwaltungsgesellschaft mbH Saarbrücken persönlich haftende Gesellschafterin. Die HDZ ist eng mit dem Seniorenresidenz-Projekt am Völklinger Alten Rathaus verbunden. Als Geschäftsführer ist Daniel Dilger aufgeführt, in der Stadt bereits vom Seniorenresidenz-Projekt her bekannt. er